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Deutschland und Myanmar: Bilaterale Beziehungen

16.09.2020 - Artikel

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Birma (seit 1989: Myanmar) waren bis Ende der 1980er Jahre wesentlich getragen vom starken entwicklungspolitischen Engagement der Bundesrepublik Deutschland. Nach der blutigen Niederschlagung von Demonstrationen durch das Militär im Jahr 1988 wurde die Zusammenarbeit mit Myanmar weitgehend eingestellt.

Myanmar wird wiederholt durch Maßnahmen der Humanitären Hilfe bzw. der Nothilfe unterstützt (z.B. nach dem Wirbelsturm Nargis 2008 sowie schweren Überflutungen im Sommer 2015). Momentan konzentriert sich die Humanitäre Hilfe auf die Unterstützung von Binnenvertriebenen in den Konfliktregionen Rakhine, Kachin und Shan.

Im Sommer 2012 wurde die staatliche Entwicklungszusammenarbeit wieder aufgenommen. Bundespräsident Gauck hat am 10. Februar 2014 anlässlich seines Besuchs in Myanmar eine Schuldenerlass- und Umschuldungsvereinbarung unterzeichnet. Die bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit mit den Schwerpunkten „nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung“ und „ländliche Entwicklung“ unterstützt bislang noch Vorhaben in den Bereichen Klein- und Mittelbetriebsfinanzierung, der Berufsbildung, nachhaltige Landwirtschaft und Aquakultur sowie zur allgemeinen Wirtschaftsförderung. Nach einer Grundsatzentscheidung des federführenden Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Frühjahr 2020 wird die bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit mit Myanmar in den kommenden Jahren eingestellt.

Außerdem sind sechs politische Stiftungen (Hanns-Seidel-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Konrad- Adenauer-Stiftung, Heinrich- Böll-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung), kirchliche Träger und Nichtregierungsorganisationen vor Ort tätig.

Ein Schwerpunkt der kulturellen Zusammenarbeit liegt in der Wissenschaftskooperation, vorwiegend über Stipendienprogramme und Hochschulkooperationen.

Sichtbarstes Aushängeschild der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik ist das Goethe-Institut in Rangun, das nun repräsentativ in einem komplett restaurierten und renovierten historischen Gebäude untergebracht ist. Dieser Campus beherbergt zugleich die Deutsche Welle Akademie, die sich für Journalistenaus- und fortbildung und Medien- und Internetmündigkeit einsetzt.

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